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Moltebeere - die geheimnisvolle Beere aus dem Hohen Norden

Moltebeeren
Moltebeeren

Moltebeere, eine Verwandte von Rosen und Himbeeren, ist der ganze Stolz der skandinavischen Staaten. Diese schlichte nordische Schönheit mag es kühl und feucht. Ihre kleinen Beeren wirken wie edle Bernsteintropfen, die, winzigen Sonnen gleich, in einem Wald erstrahlen.

Die Beeren sind launische Gewächse, robust, und doch nicht einfach zu pflegen. Das Besondere an den Moltebeeren ist ihr einzigartiger, unwiderstehlicher Geschmack, süß und fein herb zugleich. Nicht zufällig werden die Beeren roh und gedünstet, zu einer Konfitüre oder Sauce verarbeitet oder sogar als eine Zutat bei alkoholischen Getränken gerne verwendet.

Mehr noch, die Moltebeeren sind ein bekanntes und wirksames Heilkraut, das von vielen Therapeuten gegen Kreislaufbeschwerden, als ein Antibiotikum oder zum Beispiel bei Verbrennungen eingesetzt wird. Erfahren Sie mehr über diese besondere Pflanze und treten Sie ein in die geheimnisvolle Welt der sagenumwobenen Moltebeere.

Inhalt

Eine Beere mit vielen Namen

Ihr wissenschaftlicher Name heißt Rubus chamaemorus und stammt eigentlich aus dem Griechischen. Übersetzt heißt "chamaemorus" so viel wie "eine Brombeere, die dicht am Boden wächst" und beschreibt übrigens ziemlich treffend das Aussehen von dieser besonderen Pflanze. "Rubus" ist der Name der Gattung (Rosengewächse) und weist auf die Verwandtschaft der schlichten Moltebeere mit prächtigen Rosen, aber auch mit Brombeeren oder zum Beispiel Himbeeren hin. Wenn wir einen Blick auf den deutschen Namen der Beere werfen, dann entdecken wir neben dem sofort verständlichen "Beere" auch einen etwas rätselhaften "Molte". Dieses Wort skandinavischen Ursprungs bedeutet "geschmolzen" oder "weich" - eine Anspielung auf das zarte Fruchtfleisch der reifen Moltebeeren.

Bekannt ist diese nordische Beere weiterhin als Multebeere, Multbeere, aber auch als Schellbeere, Torfbeere oder auch Sumpfbrombeere. Das Deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm nennt das Gewächs eine "kriechende Himbeere".

Im Englischen heißt die Moltebeere unter anderem Cloudberry, Salmonberry ("lachsfarbene Beere") oder Yellow-Berry. Auch die Bezeichnung Nordic Berry ist immer wieder zu finden.

Ihr schwedischer Name ist Hjortron, der finnische - Lakka. Im Russischen hat die Moltebeere einen sympathischen Namen Moroschka ("Морошка"), der vermutlich mit dem deutschen "Moosbeere" verwandt ist und auf ihr natürliches Habitat, nämlich die Sumpfgebiete, verweist. Ähnlich klingt mit Murakas auch der estnische Name unserer Moltebeere.

Aussehen und Geschmack: klein, fein und aromatisch

Blüte
Blüte der Moltebeere

Trotz ihrer mit 5 bis 30 Zentimetern geringen Wuchshöhe und einem fragilen Aussehen ist die Moltebeere eine mehrjährige, ausdauernde Pflanze. Am besten gedeiht sie in sumpfigen Gegenden und zwar am Rande eines Moores. Ihre Abstammung aus dem Norden legt eine Vermutung nahe, dass die Moltebeere winterhart ist. Tatsächlich machen der nur scheinbar zarten Pflanze Temperaturen bis zu -40 Grad Celsius keinerlei Probleme.

Moltebeere ist ein Strauch mit verholzenden Senkerwurzeln, die Blätter sind rundlich-nierenförmig und fünf- bis siebenläppig. Der Blattrand ist unregelmäßig und wirkt wie gesägt, an der Unterseite weist das Blatt eine feine Behaarung auf. Im Frühjahr und Sommer dunkelgrün, verfärben sich die Blätter der Moltebeere im Herbst in ein effektvolles Rot.

Die Pflanze ist getrenntgeschlechtlich, das heißt, die männlichen und weiblichen Blüten sind nicht auf der derselben Pflanze zu finden. Die Blüte hat fünf weiße Kronblätter. Die männlichen Blüten sind dabei etwas größer, als die weiblichen. Nur aus den weiblichen Blüten entwickeln sich die köstlichen Früchte, doch leider befinden sich genau diese Blüten in der Unterzahl. [4]

Die Moltebeere beginnt im Juni oder Juli zu blühen, die Beeren selbst werden nach etwa 40 oder 45 Tagen reif, also ist mit der Ernte Ende Juli oder im August zu rechnen.

Die Beeren sind recht klein, meist nicht größer als 1,5 Zentimeter. Sie sehen den Brombeeren oder Himbeeren ähnlich aus, unterscheiden sich aber von ihren Verwandten durch ihren einzigartigen Geschmack. Die Früchte der Moltebeere schmecken süß mit einer milden Honignote und einer besonderen, schwer definierbaren und mit sonst nichts auf der Welt vergleichbaren Würze.

Die Beeren sind wahre Chamäleons, denn sie wechseln während dem Reifeprozess mehrfach ihre Farbe. Im Unterschied zu vielen anderen Beeren, deren Reife an einer intensiven roten Farbe zu erkennen ist, tragen die Moltebeeren zunächst Dunkelrot, um später etwas heller zu werden und ganz zum Schluss in einem unwiderstehlichen Orange zu erscheinen, fast transparent und einem wertvollen Bernstein gleich.

Verbreitungsgebiete

Die robuste Moltebeere stammt aus dem Norden und ist zwischen den Breitengraden 78° und 54° "in der freien Wildbahn" zu treffen. [2] Dort, in Skandinavien, ist sie zu Hause, doch auch in den unwirtlichen Hochmooren Schottlands und im Norden Englands sind diese köstlichen Beeren zu finden. In sonstigen Ländern Europas ist die Moltebeere nur spärlich verbreitet, in den baltischen Staaten etwas häufiger anzutreffen. Die kälteliebende Pflanze wächst in Grönland, Kanada, Sibirien und hat sich sogar bis nach Japan ausgebreitet.

Auch hierzulande gibt es geringe Bestände, vor allem in den Mooren Niedersachsens. Doch die deutschen Moltebeeren gehören zu stark bedrohten Pflanzenarten, in erster Linie setzt den Pflanzen aber nicht die menschliche Tätigkeit, sondern die Verbuschung zu. Die Moltebeere steht unter strengem Naturschutz, was bedeutet, dass nicht nur das Pflücken der Pflanzen, sondern auch das Sammeln der Beeren verboten ist. In den skandinavischen Staaten gehört dagegen das Ernten von wild wachsenden Multebeeren zu einer der Lieblingsbeschäftigungen von Tausenden Touristen, die manchmal extra dafür von weit her anreisen.

Frucht
Frucht

Moltebeeren vermehren - das Grundwissen

Wie viele andere Pflanzen, kennt auch die Moltebeere zwei Wege, um sich fortzupflanzen. Zum einem geht die Vermehrung auf dem geschlechtlichen Wege, das heißt durch die Bestäubung der weiblichen Blüten durch die Pollen der männlichen Blüten. Zum anderen ist auch eine vegetative, ungeschlechtliche Vermehrung möglich. Die vegetative Vermehrung, übrigens in der Natur die häufigste Fortpflanzungsmethode, geschieht durch das Rhizom, ein Sprossachsensystem der Pflanze. Nicht zufällig bildet die Multebeere in ihrem Habitat überaus ausgedehnte Kolonien.

Für die geschlechtliche Vermehrung bedarf es verständlicherweise männlicher und weiblicher Pflanzen, die Pollen werden von Blüte zu Blüte durch mehrere Insektenarten übertragen. Interessanterweise unterscheidet sich die Moltebeere von ihren Rubus-Verwandten, die größtenteils selbstbefruchtend sind. Dass die Multbeere zweihäusig (getrenntgeschlechtlich) ist, hat zur Folge, dass eine Ernte trotz reicher Blüte ausbleiben kann, wenn die Bestäubung aus welchem Grund auch immer nicht stattfinden konnte.

Es gibt noch eine weitere Art sich fortzupflanzen, die zahlreiche Gewächse gerne benutzen: Wird eine süße Moltebeere von einem Vogel oder einem anderen Tier gefressen, kann der harte Samenkern nicht verdaut werden und wird ausgeschieden. So entdeckt die Pflanze immer neue Habitate und breitet sich aus.

Noch eine Anmerkung zum Ertrag: Eine Moltebeere-Ernte ist keine einfache Sache, insbesondere gefährdet Spätfrost die Ernte. Eine oder zwei frostige Nächte zu Beginn der Blütezeit - und schon bilden sich keine Beeren.

Der passende Standort

Nordic Berry fühlt sich am besten an einem kühlen Standort und im vermoosten, sumpfigen Boden. Ihr Habitat sind sumpfige Waldgebiete, Torfmoore, mit Moos und Sträuchern bewachsene Tundra. Moltebeere liebt aber auch lichte Wälder, wo sie am wahrscheinlichsten am Waldrand anzutreffen ist.

Die Moltebeere gehört zwar zu den robusten Gewächsen, doch ist sie gleichzeitig auch ziemlich launisch. Während die Wurzeln den stärksten Frost überstehen, erfrieren die oberirdischen Teile leicht und mögen weder einen starken Wind noch Schnee.

Als der ideale Standort für eine Moltebeere-Pflanze gilt Halbschatten. Die Multbeere verträgt aber durchaus einige Stunden direkter Sonne. Schattige Lagen ohne Sonnenlicht schaden indes dem launischen Gewächs.

Ihr Habitat teilt die Moltebeere mit Preiselbeeren, Blaubeeren, Allackerbeeren und Heidelbeeren, unweit von den Multbeeren-Kolonien ist oft ein Strauch Sumpfporst zu entdecken, zu ihren Nachbarn gehört außerdem das Torfmoos, auch Bleichmoos genannt. Ihren Wohnraum teilt die Moltebeere mit zahlreichen Tieren, darunter mit Moorschneehühnern und Auerhähnen. [4]

Der richtige Boden

Vielleicht eine der größten Schwierigkeiten bei der Kultivierung von Moltebeere ist es, dem Gewächs einen geeigneten Boden zu bieten. Die wählerische Pflanze zieht lehmige und trotzdem luftdurchlässige Böden ohne Staunässe vor. Sie gedeiht in einem mit dem pH-Wert zwischen 3,5 und 5 ziemlich sauren Böden. [7] Ein übermäßiges Salzgehalt schadet indes der Multbeere, ebenfalls hemmen auch verkalkte Böden das Wachstum stark.

Bekannte Krankheiten

Die Moltebeeren sind an und für sich gesunde Gewächse, außer den oben erwähnten Problemen bei der Fortpflanzung sind so gut wie keine Krankheiten bekannt. Lediglich die bekannten Rosenkrankheiten, wie zum Beispiel Sternrußtau, treten ab und an auf. Ein mit Bedacht ausgesuchter Standort und richtige Pflege helfen, die Multbeere gesund zu halten.

Moltebeere als Kulturpflanze

Interessanterweise ist die Moltebeere trotz einer beachtlichen Nachfrage für diese nordische Köstlichkeit, vorwiegend als eine Wildpflanze anzutreffen und wurde bis heute kaum kultiviert. Auf diesen Umstand sind übrigens die mit 10 Euro und sogar höher üppige Kilopreise für diese Delikatesse zurück zu führen. [7]

Die Lage kann sich allerdings allmählich ändern, denn bereits seit der Mitte der 1990er-Jahre wird ein gemeinsames Projekt von skandinavischen Staaten mit ihren schottischen Partnern unter dem Namen Northernberries [6] realisiert. Die Moltebeere spielt bei diesem Vorhaben eine Schlüsselrolle. Das Ziel des Projekts ist es, mehrere Beerensorten, vor allem aber die Multbeere, für den landwirtschaftlichen Anbau zu optimieren.

Moltebeere gehört zu den wenigen Gewächsen, die in den subpolaren und polaren Gebieten gedeihen, darunter an der Nordküste Norwegens. Nicht zuletzt verfolgt hier Norwegen ein ehrgeiziges Ziel - sich von den Importen aus Finnland unabhängig zu machen, denn aktuell werden in dieses Land jährlich bis zu 300 Tonnen Moltebeeren eingeführt. Seit 2002 gibt es bereits die ersten Zuchtsorten, die unter den Namen Apollen und Apolto (männliche Pflanzen), Fjellgull and Fjordgull (weibliche Pflanzen) angeboten werden. [1] [2] [13]

2005 wurde in Finnland eine ganz besondere Sorte gezüchtet. Sie heißt Nyby und ist die erste einhäusige Moltebeeren-Sorte, die sich selbst befruchten kann, weil sich sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane auf einer Pflanze befinden.[15]

Wie steht es aber mit der Moltebeere in den heimischen Gärten? Nun, bisher sind diese wunderschönen und leckeren Beeren hierzulande kaum zu finden. Es liegt nicht zuletzt daran, dass sowohl die Samen, als auch die Stecklinge der Beeren im Fachhandel nur schwer erhältlich sind. Lediglich einige, ausgewählte Online-Shops wie z.B Lubera* oder Amazon* führen die Multebeeren in ihrem Sortiment. Außerdem ist die Pflege der launischen Pflanze gar kein leichtes Unterfangen.

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Moltebeeren ernten - eine Geduldsprobe

In der Tat ist es gar nicht so einfach, die gelb-orangen Beeren zu ernten, zumal sich pro Pflanze nur eine einzige Beere bildet und die reifen Beeren sehr weich sind. Sobald sich die äußeren Blütenhüllblätter öffnen und den Blick auf die Beere frei geben, kommt auch der optimale Zeitpunkt, diese zu ernten. Mit etwas Fingerspitzengefühl wird das Pflücken schon klappen. Wenn Sie eine Nordic-Berry-Kolonie ausfindig gemacht haben oder in Ihrem Garten eine solche pflegen, lohnt es sich, immer wieder nach den Beeren Ausschau zu halten. Diese reifen nämlich mit Abstand von einigen Tagen oder sogar Wochen.

Auch unreife, rote Beeren können ohne Bedenken geerntet werden. In der warmen Sonne ausgelegt, reifen sie innerhalb von zwei bis vier Tagen nach und ändern ihre Farbe auf das markante Orange.

Kaum zu glauben, dass die Moltebeere-Ernte ausgesprochen reich ausfallen kann: Von einem Hektar Fläche können unter günstigen Bedingungen bis zu 100 Kilogramm [4] Beeren geerntet werden. Geerntet wird, wie schon oben angemerkt, im Juli-August.

Die Moltebeere-Wurzeln werden im Spätherbst zubereitet (eingelegt).

Aufbewahrung

Am besten lassen sich die frischen empfindlichen Beeren an einem kühlen Ort aufbewahren. Sie können bis zu drei Wochen gelagert werden.

Gesund und nahrhaft - Inhaltsstoffe und Nährwerte

Pro 100 Gramm enthalten die Moltebeeren 51 Kilokalorien, der Anteil an Eiweißen beträgt 14 Prozent, an Fetten - 19 Prozent, an Kohlenhydraten 67 Prozent. [9][16]

Reife Beeren enthalten Zucker, Zellstoff, organische Säuren (Apfel- und Zitronensäure), außerdem Vitamine A, B, C, E und PP und zahlreiche Mineralstoffe (Phosphor, Eisen, Kalzium), Anthozyane, Gerbstoffe, Pektine, Alpha-Tocopherol und Carotinoide des Provitamins A.[3][16]

Das in den Moltebeere-Samen enthaltene Öl ist reich an Vitamin E und enthält zahlreiche natürliche, aktive Substanzen, die wertvollsten davon sind Antioxidantien und Omega-Fettsäuren: Linol-Säure (Omega-6-Säure) und Alpha-Linolsäure (Omega-3-Säure).

100 Gramm Moltebeeren enthalten drei-viermal mehr Vitamin C, als eine mittelgroße Orange und mehr Provitamin A, als Karotten. [3] Der Anteil an Vitamin E ist höher als bei vielen anderen Beeren.

Moltebeere als Heilpflanze

Nicht nur lecker ist diese schlichte und doch so hübsche Beere. Nein, viele Therapeuten sind sich darin einig, dass die Moltebeere eine potente Heilpflanze ist:

  • Die Beere wirkt antibakteriell, schweißtreibend, astringend, blutstillend und krampflösend; [3]
  • Die Multbeere ist eine starke Antioxidans;
  • Sie soll das Immunsystem stärken und ist daher bei Rekonvaleszenz zu empfehlen; [3]
  • Die Moltebeere wirkt harntreibend und wird gegen Wassereinlagerungen eingesetzt; [3]
  • Früher wurden diese Beeren wegen ihrem hohen Gehalt an Benzoe- und Ascorbinsäure bei der Prophylaxe und Behandlung von Scorbut eingesetzt [2] [3] [4], einer Krankheit, deren Ursache vor allem in einer Vitamin-C-armen Ernährung liegt. Die starken Wikinger und berühmte Polarforscher führten einen stattlichen Vorrat an Moltebeeren immer mit an Bord;
  • Der hohe Tocopherol-Gehalt bewirkt, dass durch die Einnahme der Bernstein-Beeren der Blutkreislauf vor allem im Beinbereich besser funktioniert. Somit kommt es seltener zu den höchst unangenehmen nächtlichen Wadenkrämpfen;
  • Auch ein positiver Einfluss auf dass Sehvermögen wird der Wunderbeere oft nachgesagt;
  • Moltebeeren werden außerdem bei Verbrennungen oder lästigen Hauterkrankungen angewandt. Die mit Fischöl geschmierten Multbeerenblätter werden auf eine Wunde angebunden, was effektiv gegen die Vereiterung hilft und dem Gewebe bei der Regeneration hilft. Das Verband ist zweimal täglich zu wechseln; [3] [4]
  • Sowohl Blätter, als auch die Wurzeln von dieser Pflanze werden in der Naturheilkunde bei der Behandlung von Nierensteinen, Nierenentzündungen und als ein harntreibendes Mittel eingesetzt; [3]
  • Bei Vitaminmangel, Stoffwechselstörungen und Erkältungen finden diese besonderen Beeren ebenfalls ihre Verwendung; [3]
  • Die Pflanze wird auch gegen Gicht und Rheuma angewandt. [2]

Gegenanzeigen

Zwar sind die Moltebeeren gesund und lecker, doch eine gewisse Vorsicht ist bei dem Verzehr trotzdem geboten. Zum einen kann sie allergische Reaktionen hervorrufen, zum anderen wird es den Menschen mit unterschiedlichen Magen-Darm-Erkrankungen empfohlen, diese Beeren entweder in ganz geringen Mengen zu verzehren und gänzlich darauf zu verzichten. Vor allem Patienten mit einer Magen- oder Zwölffingerdarmentzündung sind gut beraten, keine Multbeere zu essen. [3]

Moltebeere als ein Beauty-Produkt

Die Multebeeren sind ein wertvolles Naturprodukt mit zahlreichen heilenden Eigenschaften und, wie wir bereits gesehen haben, auch zur äußeren Anwendung geeignet. Die Nordic-Beeren sind eine beliebte Zutat in diversen Cremes, Shampoos, Duschgels oder Seifen. Dank dem hohen Gehalt an Vitamin C werden die müden Haare und Haut genährt und schonend gepflegt.

Insbesondere für eine empfindliche, trockene Haut sind Kosmetik-Produkte mit Moltebeere-Öl eine richtige Wohltat, denn die darin enthaltenen Fettsäuren schützen die Haut, versorgen sie mit Feuchtigkeit und machen sie wieder geschmeidig.

Lumene, der führende Kosmetik-Hersteller aus Finnland, hat seit vielen Jahren mehrere Produkte mit nordischen Beeren in seinem Sortiment, darunter Tages- und Nachtcremes oder auch Serums. Außerdem wird eine Serie von Augenpflege-Produkten mit Multbeere angeboten.

Auch ein Hersteller aus den USA, der Marktführer Neutrogena, der zum Global Player Johnson & Johnson gehört, stellt einige Kosmetika aus Moltebeeren her, darunter Pflegeprodukte für gesunde Haare und Haut.

Im Online-Shop von Douglas* können außerdem mehrere Haarpflegemittel vom englischen Anbieter Molton Brown mit Moltebeere erworben werden.

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Kulinarische Verwendung

In der skandinavischen Küche hat die Moltebeere seit Jahrhunderten ihren festen Platz eingenommen. Aus diesen Beeren werden Marmeladen und Konfitüren, Kompotte und Grützen gekocht. Häufig werden die Multebeeren zusammen mit Moosbeeren und Preiselbeeren zu einem Gelee oder einer Wildbraten-Sauce verarbeitet. Eingelegt und dampfgegart schmecken diese Beeren ebenfalls köstlich.

Rohe Moltebeeren mit ihrem herben Geschmack sind nicht jedermanns Sache, mit Zucker gekocht schmecken sie unwiderstehlich. Eine Moltebeerenmarmelade begeistert mit einer perfekten Balance zwischen der feinen Süße und der herben Note. In Schweden wird eine solche Marmelade, genannt Hjortronsylt, zu Fleischgerichten oder verschiedenen Mehrspeisen serviert. Zu Crepes und Pfannkuchen, zum Eis oder Waffeln schmeckt sie einfach vorzüglich. Auch in diesem Land wird Multebeere zusammen mit herzhaften Gerichten wie zum Beispiel getoastete Pilze oder Käse gereicht. Sogar ein Moltebeere-Essig kann in Skandinavien käuflich erworben werden.

In Finnland gibt es ein beliebtes Nationalgericht: Moltebeerenkonfitüre auf Leipäjuusto, einem aufgewärmten (manchmal gegrilltem) Hartkäse. Eine Moltebeeren-Grütze mit Milch oder Sahne wird in Finnland ebenfalls häufig gegessen. In Großbritannien wird eine Moltebeeren-Konfitüre gerne zu süßen Speisen serviert. Eine richtige Krönung von einer genuin norwegischen Mahlzeit ist Moltebeere mit Schlagsahne und Zucker, genannt Multekrem. Hausgemachtes Eis, Kuchen und Torten, sogar Bier profitieren von den leckeren Bernstein-Beeren.

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In Kanada und Alaska, wo diese Beeren ebenfalls heimisch sind und zur Nationalküche gehören, wird daraus eine Füllung für schmackhafte Kuchen gemacht, außerdem gehören Moltebeeren zum nationalen Eiscreme der Inuit dazu, auch Akutaq genannt - einer originellen Speise, deren Grundlage Robben- oder Rentierfett ist.

Weniger ausgefallen, aber nicht minder lecker ist ein Moltebeeren-Tee, der in skandinavischen Ländern unter anderem als ein Arzneitee gerne genossen wird.

Beschwipste Moltebeere

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Die Multebeeren können so richtig herz- und seelenerwärmend sein. Zum Beispiel als eine Zutat von einem echten nordischen Wein, wie dieses Getränk das junge Unternehmen Grythyttans vin aus Schweden herstellt. Gegründet im Jahre 1999, begann die Firma ein Jahr später mit der Produktion und erlangte inzwischen eine internationale Bekanntheit. Der Moltebeeren-Wein mildert den herzhaften Geschmack vom Blauschimmelkäse ab und wird gerne als ein Dessert-Wein serviert.

Lakka oder Lakkalikööri - so heißt ein finnischer Likör aus Moltebeeren, der häufig unter dem Markennamen Lapponia angeboten wird. Dieser Likör ist eine beliebte Zutat von unterschiedlichen Desserts. Der Lakka-Likör wird von zwei Herstellern angeboten. Zum einen ist es V&S Finland, ein Tochterunternehmen der weltweit agierenden V&S Group, die aktuell zum französischen Konzern Pernod Ricard gehört. Zum anderen stellt das 1852 gegründete Traditionsunternehmen Lignell & Piispanen diesen köstlichen Likör her. Lignell & Piispanen ist eine den ersten Firmen in Skandinavien, die bereits seit dem 19. Jahrhundert aus diversen nordischen Beeren hochwertige Liköre, Glühweine und Destillate produzieren. Der Moltebeere-Likör, genannt Arctic Cloudberry Liqeuer*, wird unter dem Markennamen "Gustav" vertrieben. Darüber hinaus gehört ein feiner Dessertwein aus Moltebeeren - Lakka Cloudberry* - zum Produktsortiment von Lignell & Piispanen.

Auch in Kanada, in der Region Quebec, ist ein Moltebeeren-Branntwein bekannt. Chicoutai, so heißt der Likör in dieser Gegend, so lautet nämlich das Wort für Moltebeere in der Sprache der dortigen Ureinwohner.

In den USA entwickelte das Unternehmen Dogfish Head Brewery ein besonderes Weizenbier mit Moltebeeren (Artic Cloudberry Imperial Wheat), als Inspiration diente hierzu der einzigartige Geschmack eines Kriekenbieres (Fruchtbieres) Soleil de Minuit ("Mitternachtssonne"), das einst im Pub "Akkurat" in Stockholm ausgeschenkt wurde.

Eine schottische Brauerei BrewDog machte sich mit einem Indian Pale Ale "My name is Ingrid" einen Namen.

Interessante Fakten

Wegen ihrer gelb-orangen Farbe werden die Beeren "Lapplands Gold" genannt.

Eine Moltebeere ist das Wahrzeichen von Lappland.

Moltebeeren reifen "umgekehrt": Sie sind zunächst rot und werden später gelb.

Seit 1999 wird in Finnland eine 2-Euro-Münze mit einer Moltebeere geprägt. Auch ist diese Beere häufig auf Briefmarken in skandinavischen Staaten und Russland zu sehen.

Moltebeere auf Briefmarken
Moltebeere auf Briefmarken.
Quellenangaben und weiterführende Links
  1. Rubus chamaemorus | Wikipedia (en)
  2. Moltebeere | Wikipedia (de)
  3. Moroschka | Wikipedia (ru)
  4. Moroschka - Verein der Freunde von indigenen Kulturen des Hohen Nordens | etnic.ru (ru)
  5. Domestication of Northern Berries - Northern Berries Project | keep.eu (en)
  6. Rubus chamaemorus explained | explained.today (en)
  7. Moltebeere, Rubus chamaemorus - Pflanzen und Pflege | hausgarten.net (de)
  8. Nutrition Facts and Analysis for Cloudberries | nutritiondata.self.com (en)
  9. Moltebeere | luontoportti.com (de)
  10. Cloudberry cultivation in cutover peatlands: hydrological and soil physical impacts on the growth of different clones and cultivars | mires-and-peat.net (en)
  11. Rubus chamaemorus - L. | pfaf.org (en)
  12. Molte - Rubus chamaemorus | efferus.no (no)
  13. Development and quality of cloudberry (Rubus chamaemorus L.) as affected by female parent, male parent and temperature | Journal of Berry Research (en)
  14. Cloudberry (Rubus chamaemorus L.) cultivar ’Nyby’ – an example of domestication of wild plant species to cultivation | IX Finnish Symposium on Plant Science, May 17–19, 2010, Joensuu, Finland (en)
  15. Basic Report: 35027, Cloudberries, raw (Alaska Native) | United States Department of Agriculture (en)